Brandklassen ordnen brennbare Stoffe nach ihrem Brandverhalten: A für feste Stoffe, B für Flüssigkeiten, C für Gase, D für Metalle und F für Speiseöle und -fette. Die Zahl vor dem Buchstaben – etwa 13A oder 40F – gibt die Grösse des Normbrandes an, den der Löscher im Prüfverfahren gelöscht hat. Je höher die Zahl, desto mehr Löschleistung.
In der Schweiz und in Europa gelten nach EN 2 fünf Brandklassen: A für feste, glutbildende Stoffe wie Holz und Papier, B für Flüssigkeiten wie Benzin und Öl, C für Gase, D für Metalle und F für Speiseöle und -fette. Eine Brandklasse E gibt es seit 1978 nicht mehr.
| Klasse | Brennt | Beispiele | Geeignete Löschmittel |
|---|---|---|---|
| A | Feste, glutbildende Stoffe | Holz, Papier, Textilien, Kunststoffe | Wasser, Wassernebel, Schaum, ABC-Pulver |
| B | Flüssige oder flüssig werdende Stoffe | Benzin, Öl, Lacke, Wachs, viele Kunststoffe | Schaum, ABC-Pulver, CO2, Wassernebel (mit B-Rating) |
| C | Gase | Propan, Butan, Erdgas, Acetylen | ABC-Pulver – Gaszufuhr zuerst schliessen |
| D | Metalle | Magnesium, Aluminiumspäne, Lithium, Natrium | Metallbrandpulver, Sonderlöschmittel wie PyroBubbles |
| F | Speiseöle und -fette | Fritteuse, Pfanne, Fettabscheider | Fettbrandlöscher, Wassernebel mit F-Rating |
Die Piktogramme der Klassen stehen auf jedem Löscher. Ein Gerät darf nur für die Klassen eingesetzt werden, die auf der Etikette abgebildet sind. Das falsche Löschmittel kann den Brand verschlimmern: Wasser auf brennendem Fett führt zur Fettexplosion, Wasser auf Metallbränden setzt Wasserstoff frei.
Feuerlöscher werden nach der Norm EN 3 an standardisierten Testbränden geprüft. Das Ergebnis ist das Rating, zum Beispiel 21A 113B:
Ein 6-kg-Pulverlöscher erreicht typischerweise 34A 233B C, ein 6-Liter-Schaumlöscher 27A 183B, ein 5-kg-CO2-Löscher 89B. Die Ratings unserer Geräte finden Sie in den Tabellen auf den Produktseiten, etwa beim Pulverlöscher, Schaumlöscher oder CO2-Löscher.
Damit sich Löscher unterschiedlicher Klassen vergleichen lassen, rechnet man das Rating in Löscheinheiten (LE) um. Die Tabelle stammt aus der europäischen Norm EN 3 und wird in der Schweiz zur Bemessung der Grundausstattung eines Betriebs verwendet.
| LE | Brandklasse A | Brandklasse B |
|---|---|---|
| 1 | 5A | 21B |
| 2 | 8A | 34B |
| 3 | – | 55B |
| 4 | 13A | 70B |
| 5 | – | 89B |
| 6 | 21A | 113B |
| 9 | 27A | 144B |
| 10 | 34A | 183B |
| 12 | 43A | 233B |
| 15 | 55A | – |
Ein Betrieb mit 400 m² Bürofläche benötigt beispielsweise eine bestimmte Anzahl LE, die sich auf mehrere Geräte verteilen lässt – zwei 6-kg-Pulverlöscher mit je 10 LE decken 20 LE ab. Wie viele LE Ihr Betrieb braucht, klären wir bei der Brandschutzkontrolle oder im 60-Sekunden-Check.
Brände fester Stoffe, die mit Glut verbrennen: Holz, Papier, Karton, Textilien und viele Kunststoffe. Typisch für Büro, Lager und Wohnung. Geeignet sind Wasser, Wassernebel, Schaum und ABC-Pulver. Für Innenräume empfehlen wir Schaumlöscher oder Wassernebellöscher, weil Pulver grosse Folgeschäden verursacht.
Benzin, Diesel, Öl, Lacke, Lösungsmittel, Wachs und schmelzende Kunststoffe. Typisch für Werkstatt, Garage und Labor. Geeignet sind Schaum, ABC-Pulver, CO2 und Wassernebel mit B-Rating. Wasser im Vollstrahl verteilt die brennende Flüssigkeit.
Propan, Butan, Erdgas, Acetylen und Wasserstoff. Wichtigste Massnahme ist, die Gaszufuhr zu schliessen. Gelöscht wird mit ABC-Pulver. Wer eine Gasflamme löscht, ohne die Zufuhr zu schliessen, riskiert eine Explosion durch weiter ausströmendes Gas.
Magnesium, Aluminiumspäne, Natrium und Lithium. Metallbrände werden sehr heiss, Wasser setzt Wasserstoff frei. Geeignet sind Metallbrandpulver und Sonderlöschmittel wie PyroBubbles. Lithium-Ionen-Akkus sind ein Sonderfall, mehr dazu unter Brandschutz für Lithium-Akkus.
Fritteuse, Pfanne und Fettabscheider. Nie mit Wasser löschen: Es verdampft schlagartig und reisst brennendes Fett mit (Fettexplosion). Geeignet sind Fettbrandlöscher, Wassernebel mit F-Rating und für kleine Pfannenbrände die Löschdecke.
Der Löscher hat im Prüfverfahren einen Normbrand aus einem Holzstapel von 1,3 m Länge gelöscht. Je höher die Zahl, desto grösser der Brand, den das Gerät bewältigt.
Nicht mehr. Die frühere Klasse E für elektrische Anlagen wurde gestrichen. Stattdessen steht auf dem Löscher, bis zu welcher Spannung er an elektrischen Anlagen eingesetzt werden darf, meist 1000 V bei 1 m Abstand.
Löscheinheiten (LE) rechnen das Rating in eine vergleichbare Zahl um, mit der sich der Löschmittelbedarf eines Betriebs berechnen lässt. Ein 13A-Löscher entspricht 4 LE, ein 43A-Löscher 12 LE.
Fünf: A (feste Stoffe), B (Flüssigkeiten), C (Gase), D (Metalle) und F (Speiseöle und -fette), festgelegt in der europäischen Norm EN 2, die auch in der Schweiz gilt.
Im Büro brennen vor allem Papier, Möbel und Kunststoffe, also Brandklasse A, dazu Elektrogeräte. Geeignet sind Schaum- oder Wassernebellöscher mit A- und B-Rating, für Serverräume ergänzt durch CO2.
ABC-Pulver löscht die Klassen A, B und C. Wegen des Pulvers entstehen in Innenräumen aber grosse Folgeschäden. Für Büro und Wohnung sind Schaum- oder Wassernebellöscher meist die bessere Wahl.
Quellen: SN EN 2 (Brandklassen); SN EN 3-7 (Tragbare Feuerlöscher); VKF Brandschutzrichtlinie «Löscheinrichtungen». Autor: 4 Hands GmbH, Feuerthalen.