Schweizweit im Einsatz Herstellerneutral nach VKF
← Alle Ratgeber
Ratgeber Brandschutz · Aktualisiert 23. September 2026 · 4 Min. Lesezeit

Feuerlöscher-Pflicht im Betrieb: Was gilt in der Schweiz?

Kurz: Ja. Nach den Brandschutzvorschriften der VKF müssen Bauten und Anlagen mit Löscheinrichtungen ausgerüstet sein, die der Nutzung und Grösse entsprechen. Verantwortlich sind Eigentümer und Nutzer gemeinsam. In der Praxis heisst das für fast jeden Betrieb: tragbare Feuerlöscher in genügender Zahl, sichtbar montiert, gekennzeichnet und regelmässig gewartet.

Woher die Pflicht kommt

Die Schweizer Brandschutzvorschriften bestehen aus der Brandschutznorm und den Brandschutzrichtlinien der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF). Die Kantone haben sie für verbindlich erklärt. Für Feuerlöscher ist die Richtlinie «Löscheinrichtungen» massgebend. Sie legt fest, dass Löschgeräte bereitstehen müssen, damit ein Entstehungsbrand von anwesenden Personen gelöscht werden kann, bevor er sich ausbreitet.

Die Richtlinie nennt keine Stückzahl pro Betrieb. Sie verlangt, dass Art, Anzahl und Standort der Löscher der Brandgefahr und der Nutzung entsprechen. Wie das umgerechnet wird, zeigt unser Ratgeber zur Anzahl der Feuerlöscher.

Wer verantwortlich ist

Eigentümer und Nutzer sind gemeinsam dafür verantwortlich, dass Brandschutzeinrichtungen vorhanden und betriebsbereit sind. Im Mietverhältnis stellt meist der Eigentümer die Grundausrüstung für Treppenhaus, Tiefgarage und Technikräume. Der Mieter ist für die Räume zuständig, die er nutzt, besonders wenn seine Tätigkeit eine erhöhte Gefahr mit sich bringt, etwa eine Gastroküche oder eine Werkstatt. Klare Regelungen im Mietvertrag verhindern, dass am Ende niemand zuständig ist.

Was ein Löscher erfüllen muss

  • —Anerkannt: VKF-Anerkennung bzw. Konformität nach SN EN 3, erkennbar am Typenschild.
  • —Passend zur Brandklasse: Schaum oder Wassernebel für Büro und Verkauf, Pulver für Werkstatt und Gas, CO2 für Elektro und Serverraum, Klasse F für Fettbrand.
  • —Sichtbar und erreichbar: im Fluchtweg, bei Ausgängen und Gefahrenstellen, Griffhöhe ca. 80 bis 120 cm, nicht verstellt.
  • —Gekennzeichnet: Brandschutzzeichen F001 nach ISO 7010 über dem Standort.
  • —Gewartet: Prüfung durch eine Fachperson in regelmässigen Abständen, üblich alle drei Jahre, mit Prüfetikette.

Was bei der Brandschutzkontrolle geprüft wird

Die kantonale Gebäudeversicherung oder die kommunale Feuerpolizei kontrolliert Betriebe periodisch. Geprüft wird, ob genügend Löscher vorhanden sind, ob sie zur Nutzung passen, ob die Wartung aktuell ist und ob Standorte frei und gekennzeichnet sind. Fehlende oder abgelaufene Löscher gehören zu den häufigsten Mängeln. Die Behörde setzt eine Frist zur Behebung; bei einem Brandfall kann ein Mangel Folgen für die Versicherungsleistung haben.

So kommen Sie zur richtigen Ausrüstung

  • —Räume und Nutzungen auflisten: Büro, Lager, Werkstatt, Küche, Technik.
  • —Bedarf in Löscheinheiten pro Geschoss berechnen oder berechnen lassen.
  • —Löschertyp je Raum wählen, dazu Löschdecke in der Küche.
  • —Standorte festlegen, montieren, kennzeichnen, im Brandschutzplan eintragen.
  • —Wartungstermin festlegen und Mitarbeitende in der Handhabung schulen.

Was je nach Branche dazukommt

BrancheTypische ZusatzausrüstungWarum
Büro, Praxis, VerwaltungWassernebel- oder Schaumlöscher, CO2 beim ServerraumPapier, Kunststoff, Elektronik
GastronomieFettbrandlöscher Klasse F, LöschdeckeFrittieröl, Pfannen
Werkstatt, SchreinereiPulver- oder Schaumlöscher, LöschdeckeSpäne, Lösungsmittel, Schweissarbeiten
Garage, FahrzeugePulverlöscher, AutolöschdeckeTreibstoff, Batterien
LagerMehrere 9-kg-Löscher, Löschpostengrosse Brandlast
Akkus, E-BikesFiresafe-Box, PyroBubblesLithium-Brände

Die Liste ersetzt keine Beurteilung vor Ort. Sie zeigt aber, dass ein einziger Löschertyp für den ganzen Betrieb selten passt. Wer verschiedene Gefahren hat, braucht verschiedene Löschmittel.

Löscher nützen nur, wenn jemand sie bedienen kann

Die Vorschriften verlangen neben der Ausrüstung auch organisatorische Massnahmen: Mitarbeitende müssen wissen, wie sie sich im Brandfall verhalten und wo die Löscher hängen. In einer Übung mit echtem Feuer lernen sie in einer Stunde, wie sich ein Löscher anfühlt, wie weit er reicht und wie lange er hält. Wer das einmal gemacht hat, greift im Ernstfall schneller zum Gerät.

Sinnvoll ist eine Einführung für neue Mitarbeitende und eine Auffrischung alle zwei bis drei Jahre. In Betrieben mit erhöhter Brandgefahr, etwa Gastronomie oder Werkstätten, lohnt sich ein kürzerer Rhythmus.

Die häufigsten Fehler bei Feuerlöschern

  • —Löscher steht auf dem Boden hinter einer Tür oder im Schrank.
  • —Wartung seit Jahren überfällig, Plombe fehlt, Manometer im roten Bereich.
  • —Nur Pulverlöscher im Büro: löschen gut, zerstören aber Elektronik und Akten.
  • —Kein Klasse-F-Löscher in der Gastroküche.
  • —Nach einem Umbau fehlen Löscher im neuen Bereich.
  • —Kennzeichnung fehlt oder zeigt auf einen Standort, an dem kein Löscher mehr hängt.

Kurze Checkliste für Ihren Betrieb

  • —Hängt in jedem Geschoss mindestens zwei Löscher?
  • —Passt der Löschertyp zu den Gefahren im Raum?
  • —Ist die Wartungsetikette jünger als drei Jahre?
  • —Sind alle Standorte frei zugänglich und gekennzeichnet?
  • —Wissen die Mitarbeitenden, wie der Löscher funktioniert?
  • —Sind Löscher nach dem letzten Umbau ergänzt worden?

Wenn Sie eine Frage mit Nein beantworten, lohnt sich eine Kontrolle.

Fragen zu Ihrem Betrieb?

Wir klären es vor Ort. Im Kerngebiet ist die Erstbegehung kostenlos.

Offerte anfragen
Weiterlesen Brandmelder oder Rauchmelder: der Unterschied und was Sie wo brauchen4 Min. Lesezeit

Passend dazu

Wie viele Feuerlöscher?

Bedarf nach Fläche und Löscheinheiten.

Wie oft prüfen?

Intervalle und Lebensdauer.

Brandschutzkontrolle

Prüfung mit Mängelbericht.

Feuerlöscher-Wartung

Wir kommen zu Ihnen.

Häufige Fragen

Gibt es eine Mindestzahl an Feuerlöschern pro Betrieb?

Die VKF-Richtlinie nennt keine feste Stückzahl, verlangt aber eine ausreichende Löschkapazität. In der Praxis wird mit mindestens zwei Geräten pro Geschoss gerechnet.

Muss auch ein kleines Büro Feuerlöscher haben?

Ja. Auch Büros brauchen geeignete Löschgeräte. Für Büros eignen sich Wassernebel- oder Schaumlöscher mit 6 Litern.

Wie oft müssen Feuerlöscher gewartet werden?

Üblich ist eine Wartung durch eine Fachperson alle drei Jahre, bei starker Beanspruchung häufiger. Massgebend sind die Herstellerangaben und die Vorgaben der Behörde.

Wer bezahlt die Feuerlöscher in gemieteten Räumen?

Das regelt der Mietvertrag. Häufig stellt der Eigentümer die Grundausrüstung, der Mieter ergänzt, was seine Nutzung zusätzlich erfordert.

Quellen: VKF Brandschutznorm; VKF Brandschutzrichtlinie «Löscheinrichtungen»; SN EN 3; SN EN ISO 7010. Autor: 4 Hands GmbH, Feuerthalen. Die Angaben ersetzen keine Auflage der zuständigen Behörde.