Kurz: Ja. Nach den Brandschutzvorschriften der VKF müssen Bauten und Anlagen mit Löscheinrichtungen ausgerüstet sein, die der Nutzung und Grösse entsprechen. Verantwortlich sind Eigentümer und Nutzer gemeinsam. In der Praxis heisst das für fast jeden Betrieb: tragbare Feuerlöscher in genügender Zahl, sichtbar montiert, gekennzeichnet und regelmässig gewartet.
Die Schweizer Brandschutzvorschriften bestehen aus der Brandschutznorm und den Brandschutzrichtlinien der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF). Die Kantone haben sie für verbindlich erklärt. Für Feuerlöscher ist die Richtlinie «Löscheinrichtungen» massgebend. Sie legt fest, dass Löschgeräte bereitstehen müssen, damit ein Entstehungsbrand von anwesenden Personen gelöscht werden kann, bevor er sich ausbreitet.
Die Richtlinie nennt keine Stückzahl pro Betrieb. Sie verlangt, dass Art, Anzahl und Standort der Löscher der Brandgefahr und der Nutzung entsprechen. Wie das umgerechnet wird, zeigt unser Ratgeber zur Anzahl der Feuerlöscher.
Eigentümer und Nutzer sind gemeinsam dafür verantwortlich, dass Brandschutzeinrichtungen vorhanden und betriebsbereit sind. Im Mietverhältnis stellt meist der Eigentümer die Grundausrüstung für Treppenhaus, Tiefgarage und Technikräume. Der Mieter ist für die Räume zuständig, die er nutzt, besonders wenn seine Tätigkeit eine erhöhte Gefahr mit sich bringt, etwa eine Gastroküche oder eine Werkstatt. Klare Regelungen im Mietvertrag verhindern, dass am Ende niemand zuständig ist.
Die kantonale Gebäudeversicherung oder die kommunale Feuerpolizei kontrolliert Betriebe periodisch. Geprüft wird, ob genügend Löscher vorhanden sind, ob sie zur Nutzung passen, ob die Wartung aktuell ist und ob Standorte frei und gekennzeichnet sind. Fehlende oder abgelaufene Löscher gehören zu den häufigsten Mängeln. Die Behörde setzt eine Frist zur Behebung; bei einem Brandfall kann ein Mangel Folgen für die Versicherungsleistung haben.
| Branche | Typische Zusatzausrüstung | Warum |
|---|---|---|
| Büro, Praxis, Verwaltung | Wassernebel- oder Schaumlöscher, CO2 beim Serverraum | Papier, Kunststoff, Elektronik |
| Gastronomie | Fettbrandlöscher Klasse F, Löschdecke | Frittieröl, Pfannen |
| Werkstatt, Schreinerei | Pulver- oder Schaumlöscher, Löschdecke | Späne, Lösungsmittel, Schweissarbeiten |
| Garage, Fahrzeuge | Pulverlöscher, Autolöschdecke | Treibstoff, Batterien |
| Lager | Mehrere 9-kg-Löscher, Löschposten | grosse Brandlast |
| Akkus, E-Bikes | Firesafe-Box, PyroBubbles | Lithium-Brände |
Die Liste ersetzt keine Beurteilung vor Ort. Sie zeigt aber, dass ein einziger Löschertyp für den ganzen Betrieb selten passt. Wer verschiedene Gefahren hat, braucht verschiedene Löschmittel.
Die Vorschriften verlangen neben der Ausrüstung auch organisatorische Massnahmen: Mitarbeitende müssen wissen, wie sie sich im Brandfall verhalten und wo die Löscher hängen. In einer Übung mit echtem Feuer lernen sie in einer Stunde, wie sich ein Löscher anfühlt, wie weit er reicht und wie lange er hält. Wer das einmal gemacht hat, greift im Ernstfall schneller zum Gerät.
Sinnvoll ist eine Einführung für neue Mitarbeitende und eine Auffrischung alle zwei bis drei Jahre. In Betrieben mit erhöhter Brandgefahr, etwa Gastronomie oder Werkstätten, lohnt sich ein kürzerer Rhythmus.
Wenn Sie eine Frage mit Nein beantworten, lohnt sich eine Kontrolle.
Wir klären es vor Ort. Im Kerngebiet ist die Erstbegehung kostenlos.
Die VKF-Richtlinie nennt keine feste Stückzahl, verlangt aber eine ausreichende Löschkapazität. In der Praxis wird mit mindestens zwei Geräten pro Geschoss gerechnet.
Ja. Auch Büros brauchen geeignete Löschgeräte. Für Büros eignen sich Wassernebel- oder Schaumlöscher mit 6 Litern.
Üblich ist eine Wartung durch eine Fachperson alle drei Jahre, bei starker Beanspruchung häufiger. Massgebend sind die Herstellerangaben und die Vorgaben der Behörde.
Das regelt der Mietvertrag. Häufig stellt der Eigentümer die Grundausrüstung, der Mieter ergänzt, was seine Nutzung zusätzlich erfordert.
Quellen: VKF Brandschutznorm; VKF Brandschutzrichtlinie «Löscheinrichtungen»; SN EN 3; SN EN ISO 7010. Autor: 4 Hands GmbH, Feuerthalen. Die Angaben ersetzen keine Auflage der zuständigen Behörde.