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Ratgeber Brandschutz · Aktualisiert 4. September 2026

Wie viele Feuerlöscher braucht ein Betrieb?

Kurz: Ein kleiner Betrieb bis 200 m² Grundfläche braucht mindestens zwei Löscher mit je 6 Löscheinheiten; pro weitere 200 bis 400 m² kommt ein Gerät dazu, bei erhöhter Brandgefährdung mehr. Massgebend ist nicht die Stückzahl, sondern die Summe der Löscheinheiten (LE) pro Geschoss und Brandabschnitt. Die Regel stammt aus der VKF-Brandschutzrichtlinie «Löscheinrichtungen».

Was Löscheinheiten sind

Jeder Feuerlöscher trägt ein Rating wie 21A 113B. Daraus ergibt sich eine Zahl von Löscheinheiten (LE): 21A entspricht 6 LE, 34A 10 LE, 43A 12 LE. Ein 6-Liter-Schaumlöscher hat meist 6 bis 10 LE, ein 9-kg-Pulverlöscher 12 bis 15 LE. Die Löscheinheiten sind die Währung, in der der Bedarf gerechnet wird; die Umrechnungstabelle steht in der VKF-Richtlinie.

Der Bedarf nach Fläche und Brandgefährdung

Grundfläche pro GeschossGering (Büro, Verwaltung)Mittel (Werkstatt, Verkauf)Hoch (Lager brennbar, Lackiererei)
bis 50 m²6 LE12 LE18 LE
bis 100 m²9 LE18 LE27 LE
bis 200 m²12 LE24 LE36 LE
bis 400 m²18 LE36 LE54 LE
bis 600 m²24 LE48 LE72 LE
je weitere 200 m²+ 6 LE+ 12 LE+ 18 LE

Die Werte sind Richtwerte nach der gängigen Auslegung der VKF-Richtlinie; die kantonale Brandschutzbehörde kann im Einzelfall abweichen. Zusätzlich gilt: mindestens zwei Löscher pro Geschoss, Laufweg zum nächsten Löscher höchstens 30 bis 40 Meter, Standort im Fluchtweg sichtbar und gekennzeichnet.

Drei Rechenbeispiele

  • Büro, 300 m², ein Geschoss: geringe Gefährdung, Bedarf 18 LE. Drei 6-Liter-Wassernebel- oder Schaumlöscher mit je 6 LE, verteilt auf Eingang, Flur und Küche.
  • Schreinerei, 400 m² Werkstatt + 100 m² Büro: mittlere Gefährdung in der Werkstatt (36 LE), gering im Büro (9 LE). Drei 9-kg-Pulver- oder Schaumlöscher à 12 LE in der Werkstatt, ein 6-Liter-Löscher im Büro, dazu eine Löschdecke.
  • Lager mit Kartonage, 800 m²: hohe Gefährdung, Bedarf rund 90 LE. Sieben bis acht 9-kg-Löscher à 12 LE, zusätzlich Löschposten prüfen. Bei Staplerakkus LiPo-Firesafe am Ladeplatz.

Was zusätzlich zählt

  • Küche: Löschdecke und ein Löscher mit Klasse F (Wassernebel oder Fettbrandlöscher), unabhängig von der Fläche.
  • Serverraum, Elektroverteilung: CO2-Löscher zusätzlich.
  • Heizung, Gas: Pulverlöscher für Klasse C.
  • Fahrzeuge des Betriebs: 2-kg-Pulverlöscher pro Fahrzeug.
  • Lithium-Akkus: kein Handlöscher, sondern Firesafe-Box und PyroBubbles.
  • Alle Geräte alle 3 Jahre warten, Standorte kennzeichnen, im Brandschutzplan eintragen.

Bei der Brandschutzberatung berechnen wir den Bedarf für Ihren Betrieb, legen die Standorte fest und dokumentieren sie für die Behörde.

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Häufige Fragen

Reicht ein Feuerlöscher für ein kleines Büro?

Nein. Die VKF-Richtlinie verlangt mindestens zwei Löscher pro Geschoss, damit ein Gerät erreichbar bleibt, wenn der Brand den Weg zum anderen versperrt.

Zählen Löschposten (Wandhydranten) zu den Löscheinheiten?

Nasslöschposten ersetzen einen Teil der Handfeuerlöscher, aber nicht alle: Für die erste Löschhilfe müssen tragbare Löscher vorhanden bleiben. Die Anrechnung legt die Behörde fest.

Wer prüft, ob genug Löscher vorhanden sind?

Die kantonale Brandschutzbehörde bei der periodischen Brandschutzkontrolle. Zu wenige oder falsch platzierte Löscher sind einer der häufigsten Mängel.

Wo müssen Feuerlöscher hängen?

Gut sichtbar, im Fluchtweg, bei Ausgängen und Gefahrenstellen, Griff auf 80 bis 120 cm Höhe, mit Brandschutzzeichen gekennzeichnet. Nicht in Schränken oder hinter Türen.

Quellen: VKF Brandschutzrichtlinie «Löscheinrichtungen» (18-15); SN EN 3-7; Umrechnungstabelle Löscheinheiten der VKF. Autor: 4 Hands GmbH, Feuerthalen.