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Ratgeber Brandschutz · Aktualisiert 23. September 2026 · 3 Min. Lesezeit

Brandwache bei Veranstaltungen: Wann ist sie vorgeschrieben?

Kurz: Eine Brandwache wird vorgeschrieben, wenn die Behörde sie in der Bewilligung einer Veranstaltung verlangt, typischerweise bei vielen Personen, offenen Flammen, Pyrotechnik oder provisorischen Bauten. Bei Schweiss-, Schleif- und Trennarbeiten ist eine Brandwache während und nach den Arbeiten Teil der Sicherheitsmassnahmen. Organisieren Sie sie früh, denn die Auflagen stehen oft erst in der Bewilligung.

Wann eine Brandwache nötig ist

  • —Veranstaltungen mit grosser Personenzahl in Hallen, Zelten oder Festhütten.
  • —Bühnen mit Pyrotechnik, Feuershows, offenen Flammen oder Nebelmaschinen.
  • —Provisorische Bauten, Dekorationen aus brennbarem Material.
  • —Heissarbeiten wie Schweissen, Trennschleifen oder Flämmen in bestehenden Gebäuden.
  • —Wenn Brandmeldeanlage oder Sprinkler während Arbeiten abgeschaltet sind.

Wer die Brandwache anordnet

Bei Veranstaltungen legt die Bewilligungsbehörde, meist die Gemeinde mit der Feuerpolizei oder der kantonalen Gebäudeversicherung, fest, ob und in welcher Stärke eine Brandwache nötig ist. Bei Heissarbeiten ist der Auftraggeber zusammen mit dem ausführenden Unternehmen verantwortlich; die VKF-Vorschriften und die Suva-Merkblätter zu Heissarbeiten beschreiben die Massnahmen.

Was die Brandwache tut

  • —Vor Beginn: Fluchtwege, Löscher, Löschposten und Zufahrten prüfen.
  • —Während des Anlasses: Brandgefahren beobachten, Fluchtwege freihalten, Pyro-Einsätze begleiten.
  • —Im Ereignis: Entstehungsbrand löschen, Feuerwehr alarmieren, Evakuation unterstützen, Einsatzkräfte einweisen.
  • —Nach Heissarbeiten: Brandstelle und angrenzende Räume nachkontrollieren, üblich während mindestens einer Stunde und mit weiteren Kontrollen danach.
  • —Protokoll führen und Übergabe an den Veranstalter.

So organisieren Sie die Brandwache

Klären Sie mit der Bewilligungsbehörde früh, welche Auflagen gelten. Planen Sie Anzahl Personen, Einsatzzeiten inklusive Auf- und Abbau, Ausrüstung und Standorte. Die Brandwache braucht Zugang zu allen Bereichen, eine direkte Verbindung zur Einsatzleitung und darf keine anderen Aufgaben übernehmen. Eine Vorbesichtigung vor Ort spart am Anlass Zeit.

Brandwache bei Heissarbeiten

Funken von Schweiss- und Trennarbeiten fliegen mehrere Meter weit und können in Ritzen, Isolationen oder Hohlräumen stundenlang glimmen. Deshalb gilt: brennbare Materialien entfernen oder abdecken, Löscher bereitstellen, während der Arbeiten beobachten und nach Arbeitsende nachkontrollieren. Viele Brände nach Handwerkerarbeiten entstehen erst, wenn alle gegangen sind.

Ausrüstung einer Brandwache

  • —Feuerlöscher passend zu den Gefahren, zusätzlich zu den fest montierten.
  • —Löschdecke, bei Pyrotechnik auch Kübel mit Wasser oder Sand.
  • —Funkgerät oder Telefon mit direkter Verbindung zur Einsatzleitung.
  • —Taschenlampe, Warnweste, Schlüssel zu allen Bereichen.
  • —Plan der Veranstaltung mit Fluchtwegen, Sammelplatz, Zufahrten und Hydranten.

Beispiel: Firmenfest in einer Halle

Ein Betrieb feiert in der eigenen Produktionshalle mit 300 Gästen, Bühne, Catering mit Fritteuse und einem Tischfeuerwerk zum Dessert. Die Gemeinde verlangt in der Bewilligung eine Brandwache mit zwei Personen, freie Fluchtwege von mindestens 1,2 Metern und eine Kontrolle vor Einlass.

Die Brandwache prüft vor Einlass die Notausgänge, stellt beim Catering einen Klasse-F-Löscher und eine Löschdecke bereit, begleitet das Tischfeuerwerk und kontrolliert nach Ende der Veranstaltung alle Bereiche. Das Protokoll geht an den Veranstalter.

Was die Kosten bestimmt

Massgebend sind Anzahl Personen, Dauer inklusive Auf- und Abbau, Nacht- oder Wochenendeinsatz, benötigte Ausrüstung und Anfahrt. Eine frühe Anfrage hilft, weil Brandwachen an beliebten Wochenenden knapp sind. Mit einer Vorbesichtigung lässt sich der Aufwand genau bestimmen und oft reduzieren, etwa indem Gefahren im Voraus entschärft werden.

Checkliste für Veranstalter

  • —Bewilligung früh beantragen und Auflagen zum Brandschutz lesen.
  • —Brandwache anfragen, sobald das Datum steht.
  • —Plan mit Fluchtwegen, Notausgängen, Sammelplatz und Zufahrt erstellen.
  • —Dekorationen schwer entflammbar wählen oder imprägnieren lassen.
  • —Pyrotechnik nur durch berechtigte Personen, Sicherheitsabstände einhalten.
  • —Löscher an Bühne, Catering und Technik zusätzlich bereitstellen.
  • —Vor Einlass gemeinsamer Rundgang mit der Brandwache.
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Häufige Fragen

Kann ich die Brandwache mit eigenen Leuten stellen?

Wenn die Behörde es zulässt und die Personen ausgebildet sind, ja. Bei grösseren Anlässen verlangt sie oft Feuerwehr oder einen Fachbetrieb.

Wie viele Personen braucht eine Brandwache?

Das legt die Behörde fest, abhängig von Grösse, Personenzahl und Gefahren. Bei kleinen Anlässen kann eine Person genügen, bei Grossanlässen braucht es ein Team.

Wie lange dauert die Nachkontrolle bei Heissarbeiten?

Üblich ist eine Beobachtung von mindestens einer Stunde nach Arbeitsende und weitere Kontrollgänge in den folgenden Stunden.

Was kostet eine Brandwache?

Das hängt von Dauer, Personenzahl und Ausrüstung ab. Wir erstellen nach einer kurzen Abklärung eine Offerte.

Quellen: VKF Brandschutznorm und Brandschutzrichtlinie «Brandverhütung und organisatorischer Brandschutz»; Suva-Merkblätter zu Heissarbeiten; kantonale Veranstaltungsbewilligungen. Autor: 4 Hands GmbH, Feuerthalen. Die Angaben ersetzen keine Auflage der zuständigen Behörde.