Kurz: Der CO2-Löscher ist der richtige Löscher für Elektroanlagen, Serverräume, Labore und brennbare Flüssigkeiten. Er löscht rückstandsfrei und leitet keinen Strom. Für Holz, Papier und Textilien ist er schlecht geeignet, weil Glut wieder aufflammt. Beim Einsatz gelten Regeln zu Abstand, Kälte und Raumgrösse.
Kohlendioxid tritt als Gas und Schnee mit etwa minus 78 Grad aus dem Schneerohr aus. Es verdrängt den Sauerstoff am Brandherd und kühlt leicht. Sobald der Sauerstoffanteil sinkt, erlischt die Flamme. Weil CO2 nach dem Löschen verdunstet, bleiben keine Rückstände; Geräte und Anlagen können meist weiterbetrieben werden.
| Ort | Warum CO2 | Ergänzung |
|---|---|---|
| Serverraum, EDV | keine Rückstände, nicht leitend | Wassernebel im Büro daneben |
| Elektroverteilung | bis 1000 V, 1 m Abstand | Stromabschaltung kennen |
| Labor | Lösungsmittel, Klasse B | Löschdecke für Personen |
| Werkstatt mit Maschinen | Öl, Kühlschmierstoff | Pulver oder Schaum für Feststoffe |
| Küche | nur ergänzend | Klasse F für Fett nötig |
Bei Feststoffbränden (Klasse A) wie Papier, Holz oder Karton erstickt CO2 nur die Flamme, die Glut bleibt. Bei Metallbränden (Klasse D) ist es ungeeignet, bei Fettbränden (Klasse F) unzureichend. Im Freien und bei Wind verfliegt das Gas, bevor es wirkt. Brennende Personen dürfen nie mit CO2 gelöscht werden.
Der 2-kg-Löscher reicht für einen Serverschrank-Raum, eine Verteilung oder ein kleines Labor. Der 5-kg-Löscher bietet mehr Reichweite und Löschzeit für Serverräume, Werkstätten und Technikzentralen. Beide sind schwerer, als sie aussehen, weil die Stahlflasche einem hohen Druck standhalten muss.
Ein Serverraum von 12 m² mit 2,5 m Raumhöhe hat 30 m³ Volumen. Nach der Faustregel von 5,5 m³ pro Kilogramm CO2 ist ein 5-kg-Löscher für diesen Raum knapp noch vertretbar, ein 2-kg-Löscher unkritisch. Der Löscher gehört neben die Türe aussen oder direkt innen beim Eingang, damit man ihn greifen kann, ohne sich zum Brand hin zu bewegen.
Nach dem Löschen: Raum verlassen, Türe schliessen, Lüftung einschalten oder Türe nach einigen Minuten öffnen und lüften. Den Raum erst wieder betreten, wenn gelüftet ist. Anschliessend Server und Stromversorgung von der IT prüfen lassen.
In einer Werkstatt brennt häufig eine Mischung: Öl an der Maschine, dazu Späne, Putzlappen oder Kartonage. CO2 stoppt den Ölbrand schnell, die Glut in Spänen und Lappen aber nicht. Deshalb gehören in eine Werkstatt zwei Löschertypen: CO2 an Maschinen und Elektroverteilung, Schaum oder Pulver für den Rest. Beide gut sichtbar beim Arbeitsplatz, nicht im Nebenraum.
Beide Löscher sehen ähnlich aus, beide werden für Elektroanlagen genannt. Der Unterschied zeigt sich nach dem Einsatz: Pulver verteilt sich als feiner Staub im ganzen Raum, dringt in Geräte, Lüftungen und Schaltschränke ein und wirkt korrosiv. Der Reinigungsaufwand übersteigt oft den Brandschaden. CO2 hinterlässt nichts. Erkennbar ist der CO2-Löscher am trichterförmigen Schneerohr statt einer dünnen Düse und am fehlenden Manometer. Hängt im Serverraum ein Pulverlöscher, lohnt sich der Tausch.
Wir klären es vor Ort. Im Kerngebiet ist die Erstbegehung kostenlos.
In normal grossen Räumen beim kurzen Einsatz eines Handlöschers nicht. In kleinen, geschlossenen Räumen kann der Sauerstoffgehalt gefährlich sinken. Raum nach dem Löschen verlassen und lüften.
Die Flamme ja, die Glut im Papier nicht zuverlässig. Besser Wassernebel oder Schaum.
Ja, wie alle Löscher, üblich alle drei Jahre. Zusätzlich wird die Flasche periodisch einer Druckprüfung unterzogen.
Weil der Druck vom Füllstand kaum abhängt. Der Füllstand wird bei der Wartung durch Wägen geprüft.
Quellen: SN EN 3-7 (tragbare Feuerlöscher); SN EN 2 (Brandklassen); VKF Brandschutzrichtlinie «Löscheinrichtungen». Autor: 4 Hands GmbH, Feuerthalen. Die Angaben ersetzen keine Auflage der zuständigen Behörde.