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Ratgeber Brandschutz · Aktualisiert 23. September 2026 · 4 Min. Lesezeit

CO2-Feuerlöscher richtig einsetzen: Serverraum, Werkstatt, Labor

Kurz: Der CO2-Löscher ist der richtige Löscher für Elektroanlagen, Serverräume, Labore und brennbare Flüssigkeiten. Er löscht rückstandsfrei und leitet keinen Strom. Für Holz, Papier und Textilien ist er schlecht geeignet, weil Glut wieder aufflammt. Beim Einsatz gelten Regeln zu Abstand, Kälte und Raumgrösse.

Wie CO2 löscht

Kohlendioxid tritt als Gas und Schnee mit etwa minus 78 Grad aus dem Schneerohr aus. Es verdrängt den Sauerstoff am Brandherd und kühlt leicht. Sobald der Sauerstoffanteil sinkt, erlischt die Flamme. Weil CO2 nach dem Löschen verdunstet, bleiben keine Rückstände; Geräte und Anlagen können meist weiterbetrieben werden.

Wo ein CO2-Löscher hingehört

OrtWarum CO2Ergänzung
Serverraum, EDVkeine Rückstände, nicht leitendWassernebel im Büro daneben
Elektroverteilungbis 1000 V, 1 m AbstandStromabschaltung kennen
LaborLösungsmittel, Klasse BLöschdecke für Personen
Werkstatt mit MaschinenÖl, KühlschmierstoffPulver oder Schaum für Feststoffe
Küchenur ergänzendKlasse F für Fett nötig

Fünf Regeln beim Einsatz

  • —Abstand: an elektrischen Anlagen mindestens 1 Meter, Angabe auf dem Typenschild beachten.
  • —Kälte: Schneerohr nur am Griff halten, nie auf Personen richten; Erfrierungsgefahr.
  • —Stossweise: kurz auslösen, Wirkung prüfen, nachsetzen. Ein 5-kg-Löscher ist nach rund 15 Sekunden leer.
  • —Raumgrösse: in kleinen Räumen nach dem Löschen sofort verlassen und lüften. Faustregel: mindestens 5,5 m³ Raum pro Kilogramm CO2.
  • —Nachkontrolle: Glut kann wieder zünden. Brandstelle beobachten, bei Feststoffen mit Wasser oder Schaum nachlöschen.

Wofür CO2 nicht geeignet ist

Bei Feststoffbränden (Klasse A) wie Papier, Holz oder Karton erstickt CO2 nur die Flamme, die Glut bleibt. Bei Metallbränden (Klasse D) ist es ungeeignet, bei Fettbränden (Klasse F) unzureichend. Im Freien und bei Wind verfliegt das Gas, bevor es wirkt. Brennende Personen dürfen nie mit CO2 gelöscht werden.

2 kg oder 5 kg?

Der 2-kg-Löscher reicht für einen Serverschrank-Raum, eine Verteilung oder ein kleines Labor. Der 5-kg-Löscher bietet mehr Reichweite und Löschzeit für Serverräume, Werkstätten und Technikzentralen. Beide sind schwerer, als sie aussehen, weil die Stahlflasche einem hohen Druck standhalten muss.

Praxisbeispiel Serverraum

Ein Serverraum von 12 m² mit 2,5 m Raumhöhe hat 30 m³ Volumen. Nach der Faustregel von 5,5 m³ pro Kilogramm CO2 ist ein 5-kg-Löscher für diesen Raum knapp noch vertretbar, ein 2-kg-Löscher unkritisch. Der Löscher gehört neben die Türe aussen oder direkt innen beim Eingang, damit man ihn greifen kann, ohne sich zum Brand hin zu bewegen.

Nach dem Löschen: Raum verlassen, Türe schliessen, Lüftung einschalten oder Türe nach einigen Minuten öffnen und lüften. Den Raum erst wieder betreten, wenn gelüftet ist. Anschliessend Server und Stromversorgung von der IT prüfen lassen.

Praxisbeispiel Werkstatt

In einer Werkstatt brennt häufig eine Mischung: Öl an der Maschine, dazu Späne, Putzlappen oder Kartonage. CO2 stoppt den Ölbrand schnell, die Glut in Spänen und Lappen aber nicht. Deshalb gehören in eine Werkstatt zwei Löschertypen: CO2 an Maschinen und Elektroverteilung, Schaum oder Pulver für den Rest. Beide gut sichtbar beim Arbeitsplatz, nicht im Nebenraum.

Wartung und Druckprüfung

  • —Wartung durch eine Fachperson, üblich alle drei Jahre.
  • —Füllstand wird durch Wägen geprüft; Gewichtsverlust über 10 Prozent bedeutet Nachfüllen.
  • —Schneerohr und Schlauch auf Risse prüfen.
  • —Die Stahlflasche wird in grösseren Abständen einer Druckprüfung unterzogen.
  • —Nach jedem Einsatz, auch bei kurzer Betätigung, zur Wartung geben.

CO2 oder Pulver? Die häufigste Verwechslung

Beide Löscher sehen ähnlich aus, beide werden für Elektroanlagen genannt. Der Unterschied zeigt sich nach dem Einsatz: Pulver verteilt sich als feiner Staub im ganzen Raum, dringt in Geräte, Lüftungen und Schaltschränke ein und wirkt korrosiv. Der Reinigungsaufwand übersteigt oft den Brandschaden. CO2 hinterlässt nichts. Erkennbar ist der CO2-Löscher am trichterförmigen Schneerohr statt einer dünnen Düse und am fehlenden Manometer. Hängt im Serverraum ein Pulverlöscher, lohnt sich der Tausch.

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Häufige Fragen

Ist CO2 für Menschen gefährlich?

In normal grossen Räumen beim kurzen Einsatz eines Handlöschers nicht. In kleinen, geschlossenen Räumen kann der Sauerstoffgehalt gefährlich sinken. Raum nach dem Löschen verlassen und lüften.

Kann ich mit CO2 einen Papierkorb löschen?

Die Flamme ja, die Glut im Papier nicht zuverlässig. Besser Wassernebel oder Schaum.

Muss ein CO2-Löscher gewartet werden?

Ja, wie alle Löscher, üblich alle drei Jahre. Zusätzlich wird die Flasche periodisch einer Druckprüfung unterzogen.

Warum hat der CO2-Löscher kein Manometer?

Weil der Druck vom Füllstand kaum abhängt. Der Füllstand wird bei der Wartung durch Wägen geprüft.

Quellen: SN EN 3-7 (tragbare Feuerlöscher); SN EN 2 (Brandklassen); VKF Brandschutzrichtlinie «Löscheinrichtungen». Autor: 4 Hands GmbH, Feuerthalen. Die Angaben ersetzen keine Auflage der zuständigen Behörde.