Kurz: Einen Flucht- und Rettungsplan verlangt die Behörde vor allem in Bauten mit vielen oder ortsunkundigen Personen: Hotels, Heime, Schulen, Spitäler, Verkaufsgeschäfte und grössere Betriebe. Er zeigt auf einen Blick, wo man sich befindet, wie man hinauskommt und wo Löscher und Erste Hilfe sind. Die Gestaltung folgt der Norm ISO 23601.
Die VKF-Vorschriften verlangen, dass Personen ein Gebäude im Brandfall rasch und sicher verlassen können. Wo das Gebäude unübersichtlich ist oder sich viele ortsunkundige Personen darin aufhalten, ordnet die Behörde Flucht- und Rettungspläne an. Unabhängig von einer Auflage sind sie in jedem Betrieb mit mehreren Räumen oder Geschossen sinnvoll, weil sie Mitarbeitende und Besucher orientieren.
Der Plan hängt an gut sichtbaren Stellen: bei Treppenhäusern, Liftvorplätzen, Eingängen und Korridorverzweigungen, in Hotels zusätzlich in jedem Zimmer. Üblich ist das Format A3, in grossen Hallen A2. Die Aushanghöhe liegt bei etwa 1,6 Metern Augenhöhe. Nachleuchtende Ausführungen bleiben bei Stromausfall lesbar.
| Plan | Für wen | Inhalt |
|---|---|---|
| Flucht- und Rettungsplan | Nutzer, Besucher | Wege ins Freie, Löscher, Verhalten |
| Feuerwehreinsatzplan | Feuerwehr | Zufahrten, Hydranten, Gefahrstoffe, Absperrungen |
| Brandschutzplan | Behörde, Planer | Brandabschnitte, Feuerwiderstände, Einrichtungen |
Nach jedem Umbau, jeder Nutzungsänderung und wenn Löscher oder Ausgänge verschoben werden. Mindestens einmal jährlich sollte geprüft werden, ob der Plan noch stimmt. Ein Plan mit falschen Wegen ist schlimmer als keiner. Verwenden Sie den Plan auch bei der Evakuationsübung, damit Mitarbeitende ihn kennen.
Ein Plan ist lagerichtig, wenn das, was auf dem Plan links ist, auch in der Realität links liegt. Wer vor dem Plan steht, muss den Weg sofort erkennen, ohne den Plan im Kopf drehen zu müssen. Deshalb gibt es für jeden Aushangort eine eigene Version, auch wenn es das gleiche Geschoss ist. Ein Plan, der um 180 Grad verdreht hängt, schickt Menschen im Stress in die falsche Richtung.
Der Plan wird im Ernstfall kaum studiert; dann folgen Menschen dem, was sie kennen. Deshalb sollte der Plan bei jeder Evakuationsübung verwendet werden: Wege abgehen, Sammelplatz aufsuchen, Zeit messen. Fällt auf, dass ein Weg unklar ist oder ein Ausgang klemmt, wird der Mangel behoben und der Plan wenn nötig angepasst.
Der Aufwand hängt von der Anzahl Geschosse, Aushangorte und von der Qualität der vorhandenen Grundrisse ab. Liegen aktuelle CAD-Pläne vor, geht es deutlich schneller als bei alten Papierplänen, die neu gezeichnet werden müssen. Für ein Bürogebäude mit zwei Geschossen und sechs Aushangorten ist ein Plan in wenigen Arbeitstagen erstellt. Werden Pläne bei einem Umbau gleich mitgeplant, entstehen kaum Zusatzkosten. Nachführungen nach kleineren Änderungen sind meist in kurzer Zeit erledigt.
Wir klären es vor Ort. Im Kerngebiet ist die Erstbegehung kostenlos.
Vorgeschrieben ist er meist nicht, wenn das Büro übersichtlich ist. Bei mehreren Räumen, Geschossen oder Besucherverkehr empfehlen wir ihn.
Ja, wenn er den Anforderungen entspricht: massstäblich, lagerichtig, mit ISO-7010-Symbolen. Häufig wird er auf Basis der Baupläne von Fachleuten erstellt.
An Treppenhäusern, Eingängen und Verzweigungen, lagerichtig zum Standort, in Augenhöhe.
Nach jeder baulichen Änderung und mindestens jährlich, idealerweise beim SiBe-Rundgang.
Quellen: ISO 23601 (Flucht- und Rettungspläne); SN EN ISO 7010; VKF Brandschutzrichtlinie «Flucht- und Rettungswege». Autor: 4 Hands GmbH, Feuerthalen. Die Angaben ersetzen keine Auflage der zuständigen Behörde.