Kurz: Ja, für kleine Brände. Eine Löschdecke erstickt einen brennenden Topf, eine Pfanne oder Kleidung am Körper in Sekunden und ist ohne Übung bedienbar. Für grössere Fettmengen und in Gastroküchen reicht sie allein nicht; dort gehört zusätzlich ein Löscher der Brandklasse F dazu.
Die Decke aus Glasfasergewebe legt sich über den Brandherd und trennt ihn vom Sauerstoff. Ohne Sauerstoff erlischt die Flamme. Gute Decken nach EN 1869 sind schwer entflammbar, lassen sich mit einem Zug aus der Hülle ziehen und schützen die Hände durch eingefasste Griffe. Anders als Wasser verursacht die Decke keinen Fettexplosions-Effekt.
Die Decke ist für Brände bis etwa Topfgrösse gedacht. Eine Fritteuse mit mehreren Litern Öl, ein brennender Dunstabzug oder ein Brand, der sich bereits auf Möbel ausgebreitet hat, übersteigt ihre Möglichkeiten. Dann hilft ein Fettbrand- oder Wassernebellöscher mit Klasse F, oder der Raum wird verlassen und die Feuerwehr gerufen (118).
| Einsatz | Grösse | Hinweis |
|---|---|---|
| Privatküche | 120 × 120 cm oder 120 × 180 cm | reicht für Topf, Pfanne, Person |
| Gastro, Kantine | 120 × 180 cm | plus Löscher Klasse F |
| Werkstatt, Labor | 180 × 180 cm | auch für Personenbrand |
Griffbereit, aber nicht direkt über dem Herd, damit man im Brandfall nicht durch die Flammen greifen muss. Bewährt hat sich die Wand neben der Küchentür oder am Ende der Küchenzeile auf Schulterhöhe. Die Hülle sollte das Brandschutzzeichen F004 tragen oder darunter gekennzeichnet sein.
Der häufigste Fehler ist ein Glas Wasser. Ein Liter Wasser wird zu rund 1700 Litern Dampf, der das brennende Fett explosionsartig mitreisst. Die entstehende Stichflamme erreicht die Decke und verletzt die Person davor.
Neben der Küche ist die Löschdecke dort nützlich, wo kleine Brände oder brennende Kleidung vorkommen können: im Bastel- oder Hobbyraum, beim Cheminée, im Wohnmobil, auf dem Boot und beim Grill. Für Brände von Lithium-Akkus ist die normale Löschdecke nur ein Notbehelf; sie verhindert das Ausbreiten, stoppt aber den thermischen Durchgang im Akku nicht. Dafür gibt es spezielle Lösungen wie Firesafe-Boxen.
In Gastroküchen arbeiten Fritteusen mit 10 bis 20 Litern Öl. Ein Brand in dieser Grössenordnung lässt sich mit einer Decke nicht mehr sicher abdecken. Die VKF-Vorschriften und die Gebäudeversicherungen erwarten dort einen Löscher der Brandklasse F, der das Fett kühlt und mit einer Seifenschicht verschliesst. Die Löschdecke bleibt trotzdem sinnvoll: für die Pfanne am Herd, für brennende Kleidung und als erste Massnahme, bis der Löscher greift. Beide gehören gut sichtbar zwischen Herd und Ausgang, damit niemand durch das Feuer greifen muss.
Wir klären es vor Ort. Im Kerngebiet ist die Erstbegehung kostenlos.
Nein. Nach einem Einsatz ist das Gewebe verschmutzt und kann beschädigt sein. Die Decke wird ersetzt.
Sie braucht keine technische Wartung. Prüfen Sie jährlich, ob die Hülle intakt ist und die Schlaufen frei hängen.
Nie. Wasser verdampft schlagartig, reisst brennendes Fett mit und erzeugt eine Stichflamme.
Nein. Sie ergänzt ihn. In Betrieben sind Löscher vorgeschrieben, die Decke kommt dazu.
Quellen: SN EN 1869 (Löschdecken); SN EN 2 (Brandklassen); BFB Beratungsstelle für Brandverhütung, Merkblätter Küche. Autor: 4 Hands GmbH, Feuerthalen. Die Angaben ersetzen keine Auflage der zuständigen Behörde.